Da der kürzeste Weg Richtung Süden, der Col de Restefond wegen Schnee immer noch gesperrt war, wollte ich versuchen, etwas westlicher über den Col de la Cayolle per Autostopp durch den Parc National de Mercantour zu kommen.
Ein Spaziergang von 2 Kilometern führte mich aus Barcelonnette hinaus bis zur Abzweigung. Hier überlegte ich noch kurz, ob ich die Route über den Col D’Allos nicht vorziehen sollte, da diese Strasse etwas breiter war. Aber ich entschied mich dann doch für den Col de la Cayolle.
Nach weiteren 3 Kilometern zu Fuß nahm mich dann endlich ein Bauer die 8 Kilometer in den nächsten Weiler mit. – Aber dann lief ich die nächsten 12 Kilometer der Strasse entlang. Zum Pass waren es aber immer noch 10 Kilometer und in den nächsten Ort 30. Ich hatte mir schon drei Uhr als Frist gesetzt. Ab dann würde ich versuchen jedes Auto anzuhalten, egal in welche Richtung es fährt und zur Not auch nach Barcelonnette zurück (es kamen mir nämlich deutlich mehr Autos entgegen, als in meine Richtung fuhren). Kurz vor dem letzten Weiler hielt dann doch ein Lieferwagen mit einer jungen Familie. Sie nahmen mich den Kilometer nach Bayasse mit und ich fragte den Fahrer, ob er nicht jemanden wüsste, der mich für Geld über den Pass fahren würde. Er sagte, er würde fragen ich sollte am Eingang des Weilers warten…. 5 Minuten später kam er mit einem kleinen Renault zurück und fuhr mich für 30 € in den nächsten Ort. – Ich war super glücklich und vor allem sehr erleichtert, da ich mir schon vorgestellt hatte, doch noch meinen Biwacksack auspacken zu müssen….
Ab Entraunes wechselten sich für die nächsten 20 Kilometer wandern und Mitfahrgelegenheiten ab, bis mich kurz vor Guillaumes Yves, ein Trailrunner einsteigen ließ. Er fuhr nach Nizza, nahm aber wegen mir einen Umweg über noch einen kleineren Pass in Kauf und fuhr mich nach St. Sauveur-sur-Tinee, den nächsten Etappenort der Via Alpina. Dort waren aber die Übernachtungsmöglichkeiten entweder voll oder geschlossen und so suchte ich mir über booking.com das nächstgelegene Hotel in Valdeblore und stoppte jetzt problemlos auf 2 Etappen.
Der heutige Tag war ein Wechselbad zwischen Hoffen und Bangen. Aber vielleicht soll die Via Alpina mich genau das lehren: Weniger Kontrolle, mehr Vertrauen….zumindest im Privatleben….
Morgen geht es dann zu Fuß nach St. Martin Vesubie und weiter per Autostopp zum Col de Turini. Dort habe ich schon ein Hotel gebucht und gehe ich zu Fuß die letzten 3 Etappen nach Monaco, wo ich mich mit Michel am Mittwoch treffe!

An diesem Fluss hab ich Michel kennen gelernt!




















