Wieder einmal die Bestätigung, dass man die auf der Via Alpina Website angegebenen Gehzeiten in der Pfeife rauchen kann.
Für heute waren 6 Stunden 15 Minuten angegeben. Durch Wandererkommentare vorgewarnt, haben wir schon mit 2 Stunden mehr gerechnet. Gebraucht haben wir dann 8:45. Am Abend auf der Zollnerseehütte hat sich dann herausgestellt, dass in der Beschreibung des Karnischen Höhenwegs für die selbe Etappe 9 Stunden 30 Minuten angegeben sind…
Leider hatte Michel die letzten 3 Stunden Probleme mit dem Knie :-(((
Zurück auf’s Nassfeld
19. Etappe Egger Alm – Nassfeld
Nach einer mondklaren Nacht und Morgenfrost (!) bin ich heute schon früh aufgebrochen und war flott unterwegs, da ich um 14:05 den Zug in Hermagor erreichen wollte. Der Weg führte wieder durch lichte Bergwälder und Almweiden, heute aber auch durch Kalkschluchten. Am Nassfeld beginnt der Karnische Hauptkamm und heute bin ich offenbar durch eine Übergangszone gewandert. Jeder Hügel und Berg besteht hier aus einem anderen Gestein.
Nach 2 1/2 Stunden war ich viel schneller als angegeben auf der Garnitzen Alm und bestellte mit einen gespritzten Apfelsaft. Eine junge Frau und 3 Männer winkten mich an ihren Tisch und fragten nach dem obligaten Woher/Wohin… Karnischer Höhenweg? Nein, ein bisschen weiter – Via Alpina. Als ich sagte, dass ich nach Hermagor zum Zug müsse, meinte Maria, dass sie eh am Bahnhof vorbeifährt… – Perfekt!
18. Etappe Feistritzer Alm – Egger Alm
Ein gemütlicher Bummeltag!
Die sanften Wald-und Almkuppen der Karawanken täuschen. – In den tiefen Gräben dazwischen halten sich einige Höhenmeter versteckt…. Aber es ist auch eine sehr schöne Landschaft, die immer wieder überraschende Ausblicke bereithält.
In der Früh hatte es nur 3 Grad und die Julischen zeigten sich frisch mit Schnee angezuckert. Es wurde aber relativ schnell wärmer und am Nachmittag sogar richtig schön. Auch warm genug, um mich am Egger Almsee, 30 Minuten vor dem Tagesziel Egger Alm, ein halbes Stündchen in die Sonne zu legen und eine Pferdeherde zu beobachten. Vorher hatte ich schon mitten in den ersten Almrosen den Rest der gestrigen Brettljause genossen.
Hier auf der Egger Alm habe ich ein Vierbettzimmer ganz für mich und bezahle mit Frühstück 25 €. Dusche und Strom gibt’s auch und die besten Kärntner Kasnudeln, die ich bisher gegessen habe.

Für Ines: Egger Almsee mit Dobratsch
17. Etappe Arnoldstein – Feistritz – Feistritzer Alm
Heute wurde ich um 6 Uhr von Donnergrollen geweckt. Die angekündigte Gewitterfront war eingetroffen. Für diesen Fall hatte ich mir schon eine Ausweichroute im Tal nach Feistritz und dann hoch auf die Feistritzer Alm festgelegt. Nachdem es auch um 10 Uhr noch geschüttet hat und mangels Rad- oder Wanderweg, habe ich für die 7 Kilometer nach Feistritz den Bus genommen. – Auf einen Bundesstrassenhatsch mit garantiertem Vollbad bei jedem vorbeifahrenden Auto hatte ich gar keine Lust….
In Feistritz habe ich dann noch eine halbe Stunde in einem Haltestellenhäuschen gewartet, da das Gasthaus nebenan auch zum Verkauf ausgeschrieben war. Als der Regen etwas nachließ, machte ich mich auf den Weg und traf nach 5 Minuten auf ein offenes Gasthaus. Also doch zuerst noch einen Tee! Im Gasthaus fragte mich ein anderer Gast nach dem Woher und Wohin (wie ich fast immer gefragt werde), und sagte, als ich ‚Feistritzer Alm‘ antwortete, dass diese heuer renoviert würde und EIGENTLICH geschlossen sei….- Er sei aber der Almchef und würde den Almhaltern Bescheid geben. Irgendwo würden sie schon ein Plätzchen für mich finden.
Ich glaube, ich werde das Wort ‚Zufall‘ aus meinem Wortschatz streichen!
Nach 3 Stunden Regenwanderung auf einer Forststrasse, wurde ich auf der Alm von Lilli liebevoll bewirtet und habe sogar ein Zimmer mit eigenem Tischherd! Von ihr erfuhr ich auch, dass Gero letzten Mittwoch hier war. Liebe Grüsse!

Vorgestern hat hier ein Bär ein Fohlen und zwei Schafe gerissen!







