Gestern kamen noch kurz bevor es dunkel wurde noch 2 Italiener auf das Refuge. – So ganz allein war ich dann doch nicht. Luca und Marco luden mich zu Pasta ein und wollten in der Früh den Sonnenaufgang fotografieren. Als ich gegen 8 Uhr aufwachte, waren sie allerdings schon wieder weg.
Ich brach erst kurz nach 10 Uhr auf, da der Nebel erst dann aufriss. Trotzdem hatte ich den ganzen Tag meine Goretexkleider an, weil es etwa ein Mal pro Stunde für 10-20 Minuten tröpfelte oder nieselte.
Zuerst ging es 2 Stunden hinunter zum eigentlichen Etappenziel, den Granges de la Val Etroite. Hier war wirklich – wie Gero mir zum Glück geschrieben hatte – alles geschlossen. Obwohl es sogar zwei Refuges gibt (ein französisches und ein italienisches), wäre hier kein Unterschlupf zu finden. Da gerade die Sonne kurz schien, aß ich noch übrig gebliebenes Baguette, Pate und Käse.
Der folgende Aufstieg über 500 Höhenmeter führte in langen, sanft ansteigenden Serpentinen durch einen wunderbaren Lärchen-Zirben-Mischwald zum Col des Thures und war in einer weiteren Stunde erledigt. Über eine weitere Hochfläche ging es zuerst sanft, später steiler durch den Wald in noch einmal 2 Stunden nach Nevache. Der letzte Abstieg führte übrigens durch eine Sandsteinzone mit vielen Türmchen. – Sehr hübsch!
In Nevache packten mich allerdings Zweifel, ob ich ein Quartier finden würde. Es sah sehr nach einer Feriensiedlung mit geschlossenen Fensterläden aus und die ersten 3 Hotels/Gites hatten schon geschlossen. In einem (dem einzigen offenen) Bistro bestellte ich mir Crêpes und Kaffee und fragte nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Die Besitzerin organisierte mir dann telefonisch ein Zimmer mit Halbpension in der Auberge du Clot und fuhr mich sogar hin. Das Abendessen war jetzt auch wunderbar: Gemüsesuppe, Crêpes-Spinatgratin, Forelle in Alufolie gegart und Himbeermousse.
Vielen Dank wieder einmal Euch Lieben, für all die motivierenden Kommentare, Mails uns SMS. Ich bin schon regelrecht „süchtig“ danach!!!




