Heute erlebte ich mein erstes Waterloo auf dem Javornik. Nach 4 1/2 stündigem Aufstieg in Regen und Sturm, immer über endlose Forststrassen, durch unendliche Wälder, erreichte ich endlich die Javornik-Hütte knapp unter dem Gipfel. Ich hatte mich schon sehr auf einen heißen Tee oder eine Suppe gefreut…
Die Hütte war ZU, der Hüttenwart offenbar im einzigen entgegenkommenden Auto gesessen. Den Wind- und Regenschatten der Hütte nutzte ich aber, um Haube und Handschuhe (schön wasserdicht verpackt) anzuziehen.
Eine Stunde später war der Hüttenwart immer noch nicht da, aber ICH WIEDER! Ich war flott den Forstweg, immer den schon bekannten Markierungen nach, endlich bergab, weitermarschiert. Nach einer knappen halben Stunde riss plötzlich der Nebel auf und ich sah in der Ferne die Bucht von Triest. HALT! Nach Südwesten war die falsche Richtung! Also wieder hinauf zur Hütte, wo ich gut versteckt (hinter einem frischen Holzstapel) die Markierung nach Nordwesten fand. – Offenbar sind auf diesem Berg alle Wege gleich markiert :-(.
Nach einem gefühlt elendslangen, zumindest aber trockenen Abstieg, fand ich wenigstens gleich ein Zimmer (25€ mit Frühstück) im einzigen Gasthaus und freu mich schon auf ein warmes Essen.
Morgen folgt angeblich die kürzeste Etappe (2,5 – 3 Stunden) der Via Alpina, die noch dazu in einer richtigen Stadt (Idrija) endet. Da werde ich es mir mal richtig gut gehen lassen…
4. Etappe Razdrto – Nanos – Predjama
Hurra! Der Muskelkater von gestern Abend hat sich über Nacht verabschiedet! Und auch der Aufstieg auf den Nanos erwies sich auf den ersten 3 km und 300 hm als überraschend ‚zahm‘. Gerade recht zum Eingehen. Dass es dann steiler wurde, passte es mir ganz gut, da in der Zwischenzeit ein kalter Wind eingesetzt hatte. In der Gipfelhütte ein heißer Tee und dann ging es Stöcke klappernd durch Buchenwald und Bärlauch(!)felder schon wieder runter. (Der gerade Strich auf dem Track zeigt die fehlende Stunde, während der ich das GPS vergessen hatte einzuschalten.)
Heute hab‘ ich es tatsächlich zum ersten Mal geschafft, komplett auf dem originalen Via Alpina Weg zu bleiben. Auf dem Berg, weil a. der Weg logisch und b. ungewöhnlich gut markiert war und später im Tal wieder angekommen, dank einem freundlichen Baggerfahrer, der mich mit Hupen und Handzeichen auf eine falsche Abzweigung aufmerksam gemacht hat. Die restlichen Kilometer legte ich im muskelschonenden Bummeltempo über Blumenwiesen, durch Wälder und kleine Dörfer zurück.
An dieser Stelle ein herzliches „Merci“ an Michel, der uns täglich die GPS-Tracks zugänglich macht! Rückblickend kann ich mich wunderbar über meine Sackgassen und Bonusschleifen amüsieren. – Aber ihr solltet mich mal hören, wenn ich so einen Irrtum bemerke und wieder zurück muss! 😉



3. Etappe Matavun – Senozece – Razdrto
Nach der 2-stündigen (empfehlenswerten) Höhlenführung durch die Predjama-Höhle ging ich erst um 12 Uhr los. Auf dem ersten Hügel tauchte in der Ferne der erste „richtige“ Berg auf. Da ich nun schon aus meiner immerhin 2-tägigen Erfahrung wusste, dass die Via Alpina gern auch Umwege in Kauf nimmt, um ja alle höchsten Punkte der Umgebung mitzunehmen, vermutete ich schon, dass es auch da hochgeht. Vorerst ging es bergauf, bergab, über Wiesen und durch Wälder, in denen es angeblich Bären gibt. Meine Pensionswirtin hatte mir heute früh geraten, in den Wäldern öfter in die Hände zu klatschen, oder sonst Geräusche zu machen. Hände klatschen ging mit den Stöcken nicht, aber diese aneinander schlagen hat wohl auch gewirkt und ich habe keinen Bären, aber ungefähr 20 Rehe und EINEN Mountainbiker gesehen.
Übrigens, die Vermutung wurde zur Gewissheit. Der Berg heisst Nanos und genau auf diesen geht es morgen früh.
2. Etappe Pesek – Lipica – Matavun
Die Navigation ist aufgrund ungenauer Beschreibungen und mangelnder Markierung eine Herausforderung. Der Abstecher nach Lipica stellte sich als 5 km langer Strassenhatscher heraus. – die Palatschinken haben aber gut geschmeckt. In Matavun habe ich auch gleich ein sympathisches B&B gefunden. Morgen gibt’s dann zuerst eine Höhlenbesichtigung und dann folgt (angeblich) eine kurze Etappe.
Die GPS-Aufzeichnung Pesek – Lipica – Matavun
1. Etappe Triest – Muggia – Pesek
Der Einstieg ist geschafft. Hatte ich mich gestern noch gefragt, ob die Alpen bei Triest beginnen? – Jetzt weiß ich es. Die An- und Abstiege haben es in sich!
Mein Übermut, noch ein Stück von der zweiten Etappe ( gemäss Beschreibung 1h) anzuhängen, hat sich gerächt. Es hat nach 15 min kräftig zu regnen begonnen. In meinem Regentrott (Kopf runter und einfach weiterlaufen), hab ich dann tatsächlich die richtige Abzweigung verpasst und eine 2-stündige Ehrenschlaufe gedreht. Ziemlich kaputt habe ich aber ein nettes Hotel gefunden und nach einer ausgedehnten heißen Dusche eine wunderbare Pizza genossen…











