85. Etappe Sospel – Peillon

Mit viel Auf und Ab führte mich die Via Alpina heute durch das Küstengebirge. Abwechslungsreich war der Weg: Steil bergauf und bergab durch Eichenwald, oben durch Brandflächen mit Ginster, Disteln, Rosmarin und Thymian oder Pinienwald, tief hinunter in verwunschene, bemooste Schluchten und durch mittelalterliche Städtchen. Zusätzlich sorgten noch kurze Regengüsse bei mir für Hektik. Was mir aber auch in Erinnerung bleiben wird, ist, dass sobald ich in die Nähe von Siedlungen kam, ein wütendes Gekläffe von allen Seiten einsetzte. Zum Glück waren fast alle Hunde auf Grundstücken eingesperrt, nur einmal musste ich einen Hund verjagen…Wer hätte gedacht, dass ich einmal Angst vor Hunden hätte?
Nur noch einmal schlafen (und dann 3 Stunden laufen), dann bin ich in Monaco!

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Startfertig

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… wieder runter…

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In der Schlucht

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Nach dem für heute letzten Aufstieg

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Peillon

84. Etappe Col de Turini – Sospel

Nach dem Essen bekam ich gestern Abend vom Koch noch eine private Zaubervorstellung! Er zeigte mir Tricks mit Münzen und Karten – super nett!
Bei bedecktem Himmel bin ich heute vom Col de Turini aufgebrochen und schon nach einer halben Stunde bergauf gab’s die Überraschung: Freie Sicht auf’s Mittelmeer!!! Na ja, ganz so frei war sie nicht, aber hinter den letzten Bergen konnte ich das Meer, das leider dieselbe Farbe wie der Himmel hatte, identifizieren! Die Via Alpina lief zuerst den bewaldeten Graten, später den Hangflanken entlang bergab. Nach 10 Kilometern musste ich mich entscheiden: 15 Kilometer entlang der Strasse nach Sospel laufen oder über ein paar ‚ausgewachsene‘ Berge. Da es inzwischen zu regnen begonnen hatte und die Berge eh wolkenverhangen waren, entschied ich mich für die Strasse, die sich mit vielen Kehren durch eine Schlucht mit gewaltigen Felswänden schlängelte. Zum Glück war wenig Verkehr!
Nach einigen Kilometern verfluchte ich schon meinen gestrigen Vorsatz, jetzt den GANZEN Weg zu gehen… Gerade zur richtigen Zeit rief Benjamin an und sagte mir, dass er gerade alleine die letzten Meter zum Gipfel des Traunsteins geht! Toll! Das sorgte auch bei mir für den nötigen Motivationsschub.
Nach gut 6 Stunden kam ich dann (mit brennenden Fußsohlen) endlich in Sospel an. In einem Spar besorgte ich mir Proviant für morgen und stieg noch die letzten Meter zur Auberge hoch. Hier gibt’s endlich wieder ein schnelleres Internet und ich kann mir heute Abend den gestrigen Tatort ansehen.
Morgen jagt mich die Via Alpina auf der letzten langen Etappe noch über drei Pässe bis Peillon, aber das Wetter soll wieder besser sein! – Und übermorgen bin ich in Monaco!!!!

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Erste Ahnung vom Meer

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…tief hinunter…

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…und der Strasse entlang durch die Schlucht

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Bekannte Namen

83. Etappe Valdeblore – Saint Martin Vesubie – Col de Turini

Von Valdeblore stieg ich zuerst auf und neben der Strasse, später steil durch den Wald nach La Colmiane auf dem Col de Saint Martin. Auf der anderen Seite ging es weiter auf einem Wanderweg hinunter nach Saint Martin Vesubie. Die Vegetation und die Berge haben sich jetzt in den Alpes Maritimes stark verändert. Die Berge sind steil, die Täler tief eingeschnitten und im Wald dominieren Pinien, Kastanien, Ginster und Wacholder. In dem pittoresken Städtchen aß ich in einer Bar ein riesiges Pannini und schlenderte durch den Ort. Wieder an der Hauptstraße angekommen blieb wieder einmal das erste Auto stehen und nahm mich die 13 Kilometer bis zur Abzweigung zum Col de Turini mit. Dort musste ich dann fast 2 Stunden warten (der Pass war wegen einer Ralley geschlossen, bis mich endlich jemand die 3 Kilometer in den nächsten Ort La Bollene mitnahm. Von dort waren es noch 12 Kilometer zum Col und das ist wieder ein nur wenig Befahrener… Nach ungefähr 5 Kilometern Fußmarsch erbarmte sich dann doch ein Autofahrer und nahm mich hoch bis zum Pass. In einem Hotel mit etwas ‚angestaubtem‘ Charme habe ich gerade ein überraschend gutes Abendessen (warmen Ziegenfrischkäse mit Gemüse, 7 Stunden lang gegartes Wildschwein und ein warmes Heidelbeertörtchen) genossen.
Ab morgen geht’s jetzt aber wirklich nur mehr zu Fuß bis Monaco!

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Hier kann man auch Sonntag vormittags einkaufen!

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Tiefblick auf Saint Sauveur

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Mittagspause

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Endlich angekommen

 

 

82. Etappe Barcelonnette – Valdeblore

Da der kürzeste Weg Richtung Süden, der Col de Restefond wegen Schnee immer noch gesperrt war, wollte ich versuchen, etwas westlicher über den Col de la Cayolle per Autostopp durch den Parc National de Mercantour zu kommen.
Ein Spaziergang von 2 Kilometern führte mich aus Barcelonnette hinaus bis zur Abzweigung. Hier überlegte ich noch kurz, ob ich die Route über den Col D’Allos nicht vorziehen sollte, da diese Strasse etwas breiter war. Aber ich entschied mich dann doch für den Col de la Cayolle.
Nach weiteren 3 Kilometern zu Fuß nahm mich dann endlich ein Bauer die 8 Kilometer in den nächsten Weiler mit. – Aber dann lief ich die nächsten 12 Kilometer der Strasse entlang. Zum Pass waren es aber immer noch 10 Kilometer und in den nächsten Ort 30. Ich hatte mir schon drei Uhr als Frist gesetzt. Ab dann würde ich versuchen jedes Auto anzuhalten, egal in welche Richtung es fährt und zur Not auch nach Barcelonnette zurück (es kamen mir nämlich deutlich mehr Autos entgegen, als in meine Richtung fuhren). Kurz vor dem letzten Weiler hielt dann doch ein Lieferwagen mit einer jungen Familie. Sie nahmen mich den Kilometer nach Bayasse mit und ich fragte den Fahrer, ob er nicht jemanden wüsste, der mich für Geld über den Pass fahren würde. Er sagte, er würde fragen ich sollte am Eingang des Weilers warten…. 5 Minuten später kam er mit einem kleinen Renault zurück und fuhr mich für 30 € in den nächsten Ort. – Ich war super glücklich und vor allem sehr erleichtert, da ich mir schon vorgestellt hatte, doch noch meinen Biwacksack auspacken zu müssen….
Ab Entraunes wechselten sich für die nächsten 20 Kilometer wandern und Mitfahrgelegenheiten ab, bis mich kurz vor Guillaumes Yves, ein Trailrunner einsteigen ließ. Er fuhr nach Nizza, nahm aber wegen mir einen Umweg über noch einen kleineren Pass in Kauf und fuhr mich nach St. Sauveur-sur-Tinee, den nächsten Etappenort der Via Alpina. Dort waren aber die Übernachtungsmöglichkeiten entweder voll oder geschlossen und so suchte ich mir über booking.com das nächstgelegene Hotel in Valdeblore und stoppte jetzt problemlos auf 2 Etappen.
Der heutige Tag war ein Wechselbad zwischen Hoffen und Bangen. Aber vielleicht soll die Via Alpina mich genau das lehren: Weniger Kontrolle, mehr Vertrauen….zumindest im Privatleben….
Morgen geht es dann zu Fuß nach St. Martin Vesubie und weiter per Autostopp zum Col de Turini. Dort habe ich schon ein Hotel gebucht und gehe ich zu Fuß die letzten 3 Etappen nach Monaco, wo ich mich mit Michel am Mittwoch treffe!

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Links!

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Lange der Strasse entlang….

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Endlich über dem Pass

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An diesem Fluss hab ich Michel kennen gelernt!

81. Etappe Guillestre – Barcelonnette

Jetzt habe ich aber lange überlegt, ob ich den heutigen Tag als Etappe bezeichnen kann…- Gelaufen bin ich nur ungefähr 10 Kilometer…
Ich hatte geplant, von Guillestre aus einige Etappen wegen mangelnder Unterkunftsmöglichkeiten per Autostopp abkürzen und dann wieder auf der Via Alpina einsteigen. – Durch den Schnee gestern ist aber sogar die Strasse über den Pass gesperrt und so sitze ich jetzt in Barcelonnette (viel weit westlicher als geplant) in einem Hotel und versuche morgen über einen tiefer gelegenen Pass wieder (per Autostopp) auf meine Route zu kommen…
Von Gero kam ein SMS: Er ist morgen in Monaco und wirklich ALLES gelaufen!!!!!!!

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Jetzt weiß ich, wo die herkommen

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Dort oben bin ich vorgestern entlanggelaufen

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Markt in Barcelonnette