80. Etappe Valloise – Fressinieres – Guillestre

Der Regen hat mich heute zum Glück nicht erwischt und die seit langem gefürchtete Begegnung mit einem Herdenschutzhund habe ich jetzt auch hinter mir. Zum Glück war der Hirte in der Nähe und winkte mich vorbei! Der Hund kam trotzdem bellend auf mich zu, beschnupperte mich dann aber schwanzwedelnd. Ich war sehr erleichtert, denn die Viecher sind riesig! Seine Schnauze war auf der Höhe meines Ellenbogens. Sehr beeindruckend! Der nächsten Schafherde wich ich dann aber durch einen wilden Abstieg über steile Grashänge vorsichtshalber aus…
Allerdings habe ich im eigentlichen Etappenziel keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden. Den Beschreibungen der Via Alpina Etappen ist in den letzten Tagen immer weniger zu trauen….
Vor drei Tagen war die Etappe in Kilometern um 50% (!) länger als angegeben, vorgestern ein Abstieg von 1000 Höhenmetern mit 35 Minuten angegeben, gestern waren es nicht 19 sondern 24 Kilometer und heute war ich vom Col de Pousterle schon in 3 1/2 Stunden in Freissenieres (und nicht wie angegeben in 5, – wobei das war eher angenehm…). In Freissenieres hätte auch eine Pension bis November offen haben sollen… Alberto hatte für mich in der Früh angerufen und niemanden erreicht. Also bin ich mal auf gut Glück losgegangen, hatte aber schon im Hinterkopf, eventuell bis zum nächsten Etappenziel Guillestre weiterzumüssen. Bei der Auberge war kein Mensch und so lief ich die Strasse zwei Kilometer weiter, bis mich ein Auto mitnahm. Während dem Laufen hatte ich mir per Handy ein **Hotel in Guillestre herausgesucht und eine Stunde später war ich schon dort. Zu meiner Überraschung hat es sogar ein Schwimmbad und einen Hammam, den ich ausgiebig genoss.

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Runter und wieder rauf. Rückblick auf den Col de Pousterle

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Die Schilder hatte ich schon öfter gesehen…

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Da hinten steht die Front

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Keiner da und abgeschlossen :-(((

 

79. Etappe Le Monetier-Les-Bains – Valloise

Endlich ein goldener Herbsttag!
Als ich um 7 Uhr aufwachte, war es nach stockdunkel und regennass…. Also genoss ich erst einmal ein opulentes Frühstück und siehe da, die Nebeldecke riss auf. Als um 9 Uhr mein Rucksack gepackt war, hatten sich die Wolken komplett aufgelöst! Meine gestrigen Befürchtungen, dass der ganze Aufstieg zum Col de’lEychauda entlang der Schipiste führt, bewahrheiteten sich zum Glück nicht. Der Weg führte teils recht steil durch einen schönen, herbstlich gefärbten Wald bis auf fast 2100 Meter. Erst die letzten 300 Höhenmeter zum Pass ging es dann auf der Piste. Auch der lange Abstieg begann recht fussschonend. Auf einem mit angenehmen Gefälle angelegten Wanderweg durch Grashänge konnte ich die ersten 600 Höhenmeter zurücklegen. Dann kam aber wieder meine ‚geliebte‘ Asphaltstraße. Ein paar Kehren konnte ich noch auf Wanderwegen abkürzen, aber die letzten 8 Kilometer nach Valloise waren gemäss Beschreibung durchgehend Asphalt! Zum Glück ergab sich auf den letzten 4 Kilometern eine (die einzige) Mitfahrgelegenheit…
In Valloise habe ich mich noch in einer Superette mit Proviant für morgen eingedeckt. In der Zwischenzeit bin ich zu „richtiger“ Jause gewechselt, da mir die Müesliriegel zu den Ohren heraushängen. Nochmal 2 Kilometer Strasse und ich war bei meinem „Hotel“. Alberto, ein Italiener, hat sein Haus nach seiner Scheidung in eine Gite umfunktioniert. So gab es – neben einer Badewanne – ein wunderbares italienisches Abendessen!
Gemäß Gero steht morgen eine Monsteretappe mit gut 9 Stunden an. Da auch eine Kaltfront für den späten Nachmittag angesagt ist, hat sich Alberto netterweise bereiterklärt, mich in der Früh auf den Col de la Pousterle zu fahren. Damit erspare ich mir mehr als 2 Stunden Strasse und sollte dann vor der Front (fast) am Ziel in Freissinieres sein.

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Frühstück

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1. Rast

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Die Errungenschaften des Tourismus

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Rückblick auf den schönen Teil des Abstiegs

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Die Vegetation ändert sich…

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Spaghetti a la Alberto

78. Etappe Nevache – Le Monetier-les-Bains

Endlich wieder ein Tag ohne Regen! Allerdings waren es nicht, wie in der Routenbeschreibung angegeben 12, sondern 18 Kilometer. Es ist wirklich schön wie Landschaften und Touren, die ich bisher nur von Landkarten und Beschreibungen „kannte“, plötzlich ein Gesicht bekommen. Allerdings konnte ich auch den morgigen Aufstieg entlang der Schipisten schon heute begutachten. Das einzig Ungewöhnliche heute war eine Gruppe Schweizer Motocrossfahrer, die mir unterhalb vom Col Buffere auf dem Wanderweg entgegen kamen…
Monetier-les-Bains ist ein kleines mittelalterliches Städtchen und ich habe mich offenbar in das Traditionshotel eingemietet. – Ein schwarzbefrackter Ober serviert mir (als einzigem Gast) das 5-Gang-Menü bei klassischer Hintergrundmusik.

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Ein Stück weit ging es unten im Tal dem Bach entlang

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Les Monetier-Les-Bains

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Das Hotelrestaurant

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Das Menü

77. Etappe Refuge du Mont Thabor – Nevache

Gestern kamen noch kurz bevor es dunkel wurde noch 2 Italiener auf das Refuge. – So ganz allein war ich dann doch nicht. Luca und Marco luden mich zu Pasta ein und wollten in der Früh den Sonnenaufgang fotografieren. Als ich gegen 8 Uhr aufwachte, waren sie allerdings schon wieder weg.
Ich brach erst kurz nach 10 Uhr auf, da der Nebel erst dann aufriss. Trotzdem hatte ich den ganzen Tag meine Goretexkleider an, weil es etwa ein Mal pro Stunde für 10-20 Minuten tröpfelte oder nieselte.
Zuerst ging es 2 Stunden hinunter zum eigentlichen Etappenziel, den Granges de la Val Etroite. Hier war wirklich – wie Gero mir zum Glück geschrieben hatte – alles geschlossen. Obwohl es sogar zwei Refuges gibt (ein französisches und ein italienisches), wäre hier kein Unterschlupf zu finden. Da gerade die Sonne kurz schien, aß ich noch übrig gebliebenes Baguette, Pate und Käse.
Der folgende Aufstieg über 500 Höhenmeter führte in langen, sanft ansteigenden Serpentinen durch einen wunderbaren Lärchen-Zirben-Mischwald zum Col des Thures und war in einer weiteren Stunde erledigt. Über eine weitere Hochfläche ging es zuerst sanft, später steiler durch den Wald in noch einmal 2 Stunden nach Nevache. Der letzte Abstieg führte übrigens durch eine Sandsteinzone mit vielen Türmchen. – Sehr hübsch!
In Nevache packten mich allerdings Zweifel, ob ich ein Quartier finden würde. Es sah sehr nach einer Feriensiedlung mit geschlossenen Fensterläden aus und die ersten 3 Hotels/Gites hatten schon geschlossen. In einem (dem einzigen offenen) Bistro bestellte ich mir Crêpes und Kaffee und fragte nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Die Besitzerin organisierte mir dann telefonisch ein Zimmer mit Halbpension in der Auberge du Clot und fuhr mich sogar hin. Das Abendessen war jetzt auch wunderbar: Gemüsesuppe, Crêpes-Spinatgratin, Forelle in Alufolie gegart und Himbeermousse.

Vielen Dank wieder einmal Euch Lieben, für all die motivierenden Kommentare, Mails uns SMS. Ich bin schon regelrecht „süchtig“ danach!!!

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Rückblick Richtung Modane

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Es fängt wieder an zu regnen

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Am Col de Thures

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Abendessen – yummy

76. Etappe Modane – Refuge du Mont Thabor

Wie cool ist das denn! Eine Luxushütte ganz für mich alleine, auf 2500 Metern, mit Mobil- und 3G-Empfang!!!
Aber von Anfang an: Im Internet hatte ich recherchiert, dass diese Hütte einen Winterraum hat. Den Vormittag verbrachte ich noch in Modane, plante die weitere Route nach Monaco und kaufte noch Reservebatterien für die Taschenlampe. Ich ließ mir auch deswegen Zeit, da es nur etwa 4 Stunden zu laufen waren und es mein größtes Problem (alleine auf einer Hütte) ist, die Zeit bis zum Schlafengehen herumzubringen.
Nach einer Autostopp-Einlage a la Française (1. Auto bleibt stehen) nach Le Charmaix, die mir 400 Höhenmeter ersparte, ging es an die verbleibenden 1000. Die erste Stunde trocken, die 2. nass, in der dritten Stunde abwechselnd im Regen und in der Sonne. Die Hütte konnte ich schon von weitem sehen und so nahm ich es recht gemütlich.
Und dann die Überraschung: Die Hütte ist fast komplett offen und der Gasherd funktioniert! Also habe ich mir den Luxus geleistet, mir Wasser zum (mich) Waschen warm gemacht, ein Fußbad genommen und noch mein neues warmes Langarmleibchen gewaschen (das stinkt so, dass sogar ich es rieche!!!). Währenddessen hat meine Suppe gekocht und draußen hat es kurzfristig sogar geschneit!
Jetzt ist die Sonne wieder herausgekommen und ich kann draußen sitzen und den Blog schreiben. – So gefällt’s mir!

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MEINE Hütte

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MEIN See

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MEINE Küche

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MEIN Schlafzimmer

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MEIN Wohnzimmer

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Routenplanung

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…und verhungern werd‘ ich auch nicht! 🙂